Kunde: Millesi | Monday, 23. November 2009 | Autor: Mario Reiner
Wien, 20.11.2009. Im Rahmen der 63. ordentlichen Delegiertenversammlung des Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (ÖBSV) hat die Fachärztin für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie die silberne Ehrennadel des ÖBSV im Louis Braille Haus im 14. Wiener Gemeindebezirk verliehen bekommen. Die Verleihung übernahmen der Präsident des ÖBSV Mag. Gerhard Höllerer gemeinsam mit dem Behindertenanwalt des Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz Mag. Herbert Haupt. Dr. Dagmar Millesi hat am 15. Oktober 2008, dem Tag des weißen Stocks, rund 2.500 Hörbücher aus ihrer privaten Sammlung dem ÖBSV geschenkt. Der Wert dieser Sammlung überstieg ? 50.000,-. Mag. Gerhard Höllerer, Präsident des ÖBSV, bedankte sich im Rahmen seiner Rede nochmals für die großzügige Erweiterung der Hörbücherei und wies auch darauf hin, dass sich der ÖBSV diese Aufstockung nicht leisten hätte können. Dr. Dagmar Millesi ließ in ihrer Dankesrede auch wissen, dass diese Auszeichnung ihren Ehrgeiz geweckt hat, weiterhin für den ÖBSV tätig zu sein, um auch die goldene Ehrennadel zu bekommen.
Kurzer Rückblick
Am 15. Oktober übergab die renommierte plastische und ästhetische Chirurgin Dr. Dagmar Millesi 2.500 Hörbücher aus ihrer privaten Sammlung an den Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverband. Der 15. Oktober, der "Tag des Weißen Stocks" wird seit über 40 Jahren zum Anlass genommen, um auf die Einschränkungen und Herausforderungen blinder Menschen aufmerksam zu machen. Neben Dagmar Koller gestalteten diesen Abend auch Karlheinz Hackl, Gerhard Blaboll, Michael Hoffmann und Günther Bahr mit.
Dr. Dagmar Millesi unterstützt den Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverband
Seit Jahren beschäftigt sich die österreichische renommierte Fachärztin für plastische und ästhetische Chirurgie Dr. Dagmar Millesi auch mit sozialen Anliegen. So hat Dr. Dagmar Millesi beispielsweise schon 1.000 ehemalige Häftlinge von Tatoos befreit, um ihnen den Wiedereinstieg in die Arbeitswelt zu erleichtern. Am 15. Oktober, dem "Tag des Weißen Stocks", übergab Dr. Dagmar Millesi rund 2.500 Hörbücher aus ihrer privaten Sammlung an den Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverband. Die 2.500 Hörbücher entsprechen, abgesehen vom persönlichen Wert, einem ungefähren Geldwert von über 50.000 Euro. Mit dieser Spende zollt die Chirurgin den blinden und sehbehinderten Menschen großen Respekt. Die 2.500 Hörbücher beinhalten primär klassische literarische Werke, aber es sind auch Bücher der aktuellen Bestseller-Listen in der umfangreichen Sammlung inkludiert. Dr. Dagmar Millesi sammelt seit 20 Jahren Hörbücher. Ihre Liebe zu Hörbüchern entdeckte sie während ihrer Ausbildungszeit in Köln. Als sie eines Wochenendes nach Kärnten fuhr, um ihre Familie zu besuchen, borgte ihr ein Freund das Werk "Madame Bovary" von Gustave Flaubert in Form von 8 Kassetten. Die Fahrt erschien Dr. Millesi als kurzweilig und war der Beginn ihrer Hörbuchsammelleidenschaft. Das Hören von Hörbüchern ist für Dr. Millesi faszinierend und gestaltete Autofahrten, die im Ruhrgebiet meistens mit Stau verbunden waren, abwechslungsreicher. Dr. Millesi übergab erstmals einer blinden Verwandten Hörbucher, nachdem sie sah, wie viel Freude sie ihr dadurch bereiten konnte.
Der Österreichische Blinden- und Sehbehindertenverband:
Am Beginn des 19. Jahrhunderts erfand Louis Braille die Blindenschrift, die nach ihm benannt wurde (Brailleschrift) und ermöglichte somit blinden und sehbehinderten Menschen eine gewisse Unabhängigkeit und Selbstständigkeit. 1946 wurde die bundesweite Organisation "Österreichischer Blinden- und Sehbehindertenverband" in allen 9 Bundesländern ins Leben gerufen. 1993 wurde das Haus (Louis Braille Haus) in der Hägelingasse 4-6 erworben und mittels Spenden sowie einer finanziellen Unterstützung der Stadt Wien ausgebaut und behindertengerecht umgebaut. 2001 wurde das gegenüberliegende Gebäude (Hägelingasse 3), Haus des Auges, gekauft und ebenfalls für die Bedürfnisse blinder und sehbehinderter Menschen adaptiert.
Seit März 2008 steht Mag. Gerhard Höllerer als Präsident an der Spitze des Verbands. Der Österreichische Blinden- und Sehbehindertenverband besteht aus 7 autonomen Landesverbänden, in jedem Bundesland einer, wobei die Bundesländer Wien, Niederösterreich und Burgenland zu einem Landesverband zusammengefasst sind. Der Verband wird von Mitarbeitern, ehrenamtlich tätigen Mitgliedern und freiwilligen Helfern organisiert und verwaltet.
Hauptaufgaben des Verbands:
Zu den Hauptaufgaben des Verbands zählt, die Interessen der Mitglieder in allen Bereichen des öffentlichen Lebens zu vertreten. Es wird sowohl eine schulische und berufliche als auch eine gesellschaftliche Integration gefördert. Diskriminierungen soll entgegen gewirkt werden. Der Verband stellt Hilfsmittel für den alltäglichen Gebrauch zur Verfügung.
Die hauseigene Hörbücherei:
1957 gründete Kommerzialrat Hans Hirsch den Verband der Kriegsblinden Österreichs und begann bereits im Jahr 1958 mit dem Verleih von Hörbüchern. Anfänglich bestand die Hörbücherei aus 150 Werken auf Spulbändern. 1990 wurde die Hörbücherei des Verbands der Kriegsblinden Österreichs durch die Hörbücherei des Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes übernommen. 1994 begann man den Verleih auf EDV umzustellen und 2002 erreichte auch die Digitalisierung den Altbestand der Hörbücher. Derzeit befinden sich ungefähr 100.000 Kassetten und etwa 1200 CDs in der Hörbücherei, in deren Rahmen Werke verschiedenster Arten auf Tonträger aufgesprochen wurden. Kopien werden ohne jegliches kommerzielles Interesse ausschließlich an blinde und solche Personen, die aus anderen medizinischen Gründen nicht lesen können, verliehen.