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Presseinformation
vom 16. Juli 2025
Jubel für die Uraufführung von „Die geraubte Venus“ bei den Wachaufestspielen Weißenkirchen
Uraufführung von „Die geraubte Venus“
Weißenkirchen, 16. Juli 2025 – Ein rauschender Erfolg feierte gestern Abend die Uraufführung der Kriminal-Posse mit Gesang „Die geraubte Venus“ bei den Wachaufestspielen Weißenkirchen. Unter der Regie von Intendant Marcus Strahl, der in diesem Jahr sein 20-jähriges Jubiläum bei den Festspielen feiert, entführte das Stück des renommierten Autors Gerhard Loibelsberger das begeisterte Publikum in das Jahr 1908 und sorgte für zahlreiche Lacher und Spannung. Die Premiere markierte einen besonderen Höhepunkt im diesjährigen Spielplan und zeigte einmal mehr Strahls Gespür für innovative und unterhaltsame Produktionen. Inspiriert von Loibelsbergers beliebten „Naschmarktmorde“-Büchern, schuf der Autor eine humorvolle Zeitreise in die malerische Wachau, untermalt von den eingängigen musikalischen Einlagen von Frizz Fischer.
Ein heiterer Auftakt zum Jubiläumsjahr
Die Kriminalkomödie versetzt die Zuschauer in den Sommer des 60. Regierungsjahres von Kaiser Franz Joseph. Der Sensationsfund der berühmten Venus von Willendorf wird jäh überschattet, als die prähistorische Figur spurlos verschwindet. Inmitten dieser Aufregung wird der pflichtbewusste, aber dem Bier nicht abgeneigte K.u.K. Polizeiagent Ferdinand Nepomuk Pospischil, brillant verkörpert von Georg Kusztrich, in das Gasthaus „Zur Goldenen Traube“ entsandt, um den Fall aufzuklären.
Die Inszenierung von Marcus Strahl besticht durch ihren Wiener Charme, rasante Dialoge und die gelungene Mischung aus Kriminalgeschichte und Posse. Das Bühnenbild von Martin Gesslbauer und die Kostüme von Petra Teufelsbauer transportierten das Publikum stimmig in die Belle Époque. Die musikalische Einstudierung unter Elena Gertcheva sorgte für einen harmonischen Einklang der musikalischen Beiträge.
Der Fall der verschwundenen Venus
Die Handlung beginnt damit, dass der Bau der Donauuferbahn, der drei Jahre zuvor begonnen hatte , beim kleinen Dorf Willendorf unterbrochen werden muss, da man auf prähistorische Funde gestoßen war. Eine 11 cm große weibliche Steinfigur, die Venus von Willendorf, wird geborgen. Doch die Freude währt nur kurz, denn das „Unfassbare" geschieht: Die Venus wird geraubt! Der Zeitungsjunge (Daniela Lehner) verbreitet mit seinem Extrablatt die Nachricht, dass die berühmte Venus von Willendorf beim Transport von der Wachau nach Wien gestohlen wurde.
Pospischils unfreiwillige Ermittlung
Die Ermittlungen werden dem k.k. Polizeiagenteninstitut übertragen. Genauer gesagt, fällt die undankbare Aufgabe Ferdinand Nepomuk Pospischil (Georg Kusztrich) zu, der widerwillig aus seinem beschaulichen Büro in Wien – wo er eigentlich nur Bier trinkt, während sein Chef, Inspektor Nechyba, auf „Sommerfrische" ist – in die tiefste Provinz, genauer gesagt, in den Innenhof des Gasthauses „Zur Goldenen Traube" in der Wachau, verfrachtet wird. Begleitet wird er dabei von Odilo von Schmarrn (Victor Kautsch) , dem persönlichen Adjutanten Franz Ferdinands , der keine Zeit für Pospischils Gejammer hat und ihn kurzerhand „entführt". Dort trifft Pospischil gleich als erstes auf Joseph Maria Nechyba (Reinhard Nowak), Inspektor im k.k. Polizeiagenteninstitut , seinen Chef, der Sommerfrische in Weißenkirchen macht.
Ein Inspektor auf Sommerfrische
Inspektor Nechyba, der eigentlich nicht im Dienst ist und seine Sommerfrische genießt , delegiert die gesamte Ermittlungsarbeit an Pospischil. Nechybas Prioritäten sind klar: zart geräucherter Mariandl Schinken, Brot und ein kleschkalter Riesling. Pospischil, von seinem Chef zum Gabelfrühstück holen abkommandiert , fühlt sich wie ein „oames Würschtl" , muss aber feststellen, dass er sich in der Wachau auch nicht vor Nechyba verstecken kann. Nechyba selbst zeigt wenig Eifer bei der Aufklärung des Falls und ist mehr an seinem leiblichen Wohl interessiert , sehr zum Leidwesen des Archäologen Herr von Stein, dem die Venus entwendet wurde.
Verdächtige im Gasthaus zur Goldenen Traube
Die skurrile Gästeschar des Gasthauses ist voller Verdächtiger: Da wäre Baronin Helene von und zu Hochtrab (Nici Neiss) , die ihren Künstlernamen „Helene Outrage" trägt und gerne Gretchen rezitiert. Sie gibt vor, eine hochwohlgeborene Baronin und Schauspielerin zu sein, die am Broadway Erfolge feierte. In Wahrheit ist sie jedoch die mittellose Helli Hrdlicka aus Hernals , die permanent auf der Flucht vor unbezahlten Rechnungen ist. Ihr dramatisches Talent setzt sie gekonnt ein, um sich aus jeder Bredouille zu winden .
Dann gibt es Frau von Streng (Leila Strahl) , die gestrenge Vormundin von Rosi (Daniela Lehner) , die aus der „noblen" Cottage stammt. Sie hält ihre Ziehtochter Rosi mit „Ordnung und Sitte" und strengem Ballett-Training im Zaum. Rosi hingegen leidet heimlich Hunger und wird von Nechyba mit Schinkenstücken versorgt. Fredl (Georg Hasenzagl) , der Hausbursche, ist „für alles & nichts" zuständig. Er trinkt lieber Wein und umgarnt Rosi, anstatt zu arbeiten.
Ausgerechnet Hofrat und Archäologe Herr von Stein (Toni Bieber) hat die Venus von Willendorf verloren – und das auf die wohl denkbar unglücklichste Art: Sie verschwand während eines Zwischenstopps im Gasthaus zur Goldenen Traube auf dem Weg von Willendorf. Er betrauert den Verlust der Venus am allermeisten, zumal sie ihm "am Weg zum Häusl" abhandenkam, wo er zudem niedergeschlagen wurde.
Die amerikanisch-chinesische Gesellschaftsdame der Baronin, Ying Yang (Xina Dongnan Ziegler) , gibt Pospischil den Rat, sich zu verkleiden, am besten als Frau, um alle zu verhören – also auszufratscheln. Sie entpuppt sich als Pospischils heimliche Beraterin und Drahtzieherin im Hintergrund. Die Gattin von Nechyba, Aurelia Nechyba (Doris Richter-Bieber) , ist zudem Köchin im Gasthaus zur Traube.
Eine Verkleidung bringt Licht ins Dunkel
Pospischil soll die Ermittlungen führen, da alle Gäste im Gasthaus zur Traube verdächtig sind. Doch will ihm niemand Auskunft geben. So empfiehlt ihm Ying Yang sich als Frau zu verkleiden, da Frauen immer alles herausfinden. Man sagt ja „ein Mann ein Wort, eine Frau ein Wörterbuch". Pospischil nimmt Ying Yangs Rat an und verkleidet sich als „Kräutergretl". Die Frau von Nechyba erkennt die Kräutergretl sofort als Pospischil mit den Worten - könnte die Zwillingsschwester von Pospischil sein. Denn manche Leut müssen einen Zwilling haben, weil einer alleine nicht so deppert sein kann. Doch in dieser Verkleidung kommt er der Wahrheit auf die Spur.
Die Posse endet damit, dass Nechyba (Reinhard Nowak) für die Lösung des Falles ein Jubiläumskreuz verliehen bekommt – obwohl er „gar net im Dienst" war. Er empfängt diese Auszeichnung mit den Worten: „Eine Anerkennung für nix und wieder nix. A österreichisches Schicksal". Pospischil (Georg Kusztrich) kehrt in seine alte Rolle zurück und muss feststellen, dass er wieder der Deschek ist. Fredl (Georg Hasenzagl) folgt ihm nach Wien und Helene von Hochtrab (Nici Neiss) plant, Sommerfestspiele in der Wachau zu veranstalten. Am Ende sind alle wieder da, wo sie hingehören, oder auch nicht, und die Welt dreht sich ungerührt weiter – ernst oder heiter, aber Hauptsache, sie geht nicht unter.
„Die geraubte Venus“ ist eine gelungene Premiere, die das Publikum bestens unterhält und einen gelungenen Start in die Jubiläumssaison der Wachaufestspiele markiert. Das Stück ist noch bis zum 10. August 2025 in Weißenkirchen in der Wachau zu sehen.
Weitere Spieltermine:
- Freitag, 18. Juli / 19:30 Uhr
- Samstag, 19. Juli / 19:30 Uhr
- Sonntag, 20. Juli / 18:30 Uhr
- Freitag, 25. Juli / 19:30 Uhr
- Samstag, 26. Juli / 19:30 Uhr
- Sonntag, 27. Juli / 18:30 Uhr
- Freitag, 1. August / 19:30 Uhr
- Samstag, 2. August / 16:00 Uhr (Familienvorstellung) & 19:30 Uhr
- Sonntag, 3. August / 18:30 Uhr
- Freitag, 8. August / 19:30 Uhr
- Samstag, 9. August / 16:00 Uhr (Familienvorstellung) & 19:30 Uhr
- Sonntag, 10. August / 18:30 Uhr
Ticket-Informationen:
Die Theaterkassa ist Freitag bis Sonntag (und Feiertags) von 10:00 bis 12:30 Uhr und von 13:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.
Telefonische Erreichbarkeit unter 02715/2268 oder per E-Mail unter karten@wachaufestspiele.com.
Tickets sind auch online über Ö-Ticket erhältlich: https://www.oeticket.com/artist/wachaufestspiele-theaterfest-noe/die-geraubte-venus-3770755/
Peter-Jordan-Straße 21/4
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